Das Lipödem

Im Alltag sieht man häufig Frauen, bei denen sich am Übergang von Hüfte zu Oberschenkeln ausgeprägte Reiterhosen abzeichnen. Leider weiß der Großteil unserer Gesellschaft nicht, dass es sich dabei um eine atypische, chronische, symmetrische Fettverteilungsstörung handelt, die man als auch Lipödem bezeichnet.

 

Dabei ist es charakteristisch, dass der Rumpf im Vergleich zu den Extremitäten verhältnismäßig schlank ist. Hände und Füße sind zumeist frei von dieser Störung. Die ersten Symptome wie Druckschmerz, Neigung zu blauen Flecken, Schwellung, Berührungsempfindlichkeit prägen sich entweder während der Pubertät, einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren aus, also immer bei einer Veränderung des Hormonhaushaltes. Dem Lipödem liegt eine genetische Ursache zugrunde und es tritt ausschließlich bei Frauen auf.

 

Aufgrund der starken Ungleichheit zwischen dem schlanken Oberkörper und den unförmigen, dicken Beinen schämen sich viele Betroffene, ungeniert in der Öffentlichkeit aufzutreten. Folgen davon sind Unsicherheit, Angst vor Verschlimmerung, Rückzug und Isolation aus dem sozialen Umfeld. Leider entwickeln daraus viele Frauen meist aus Frust, Langeweile oder Verzweiflung eine Essstörung mit Tendenz zu Adipositas (Übergewicht) oder zu Binge-Eating-Disorder (BED; unkontrollierte Essanfälle). Ein Teufelskreis! Denn mit zunehmendem Gewicht verschlechtert sicht in der Regel auch das Lipödem. Im schlimmsten Fall entwickelt sich am Ende noch ein Lymphödem (Wassereinlagerung), wenn keine Diagnose gestellt wird und somit keine Therapie durch Fachpersonal erfolgen kann.

 

Und dennoch: Das Lipödem ist keine tödlich verlaufende Krankheit! 

 

 

Hier die wichtigsten, allgemeinen Hinweise:

 

Neben einer fachärztlichen Behandlung, der Durchführung von Konservativer Therapie durch examinierte Physiotherapeuten mit der Zusatzqualifikation ML/KPE und der Versorgung mit medizinischer Flachstrickversorgung durch fachlich kompetente Sanitäshäuser ist das Selbstmanagement der Betroffenen unerlässlich, um die Erkrankung grundlegend in den Alltag einzubauen. 

 

Demnach appelliert die aktuelle S1-Leitlinie Lipödem an alle Patienten, die ganzheitliche (medizinische und therapeutische) Behandlung durch Eigeninitiative zu unterstützen. Hierzu zählt vor allem die Bewegung als ergänzende Maßnahme.

 

Die dafür notwendige Motivation finden die Betroffenen unter Anderem bei LiLy München oder natürlich auch in den sozialen Netzwerken. An dieser Stelle möchte ich ein Projekt von sechs wunderbaren Frauen erwähnen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, aus dem Alltag mit Lipödem zu berichten und zu zeigen, was alles möglich ist! 

 

Hier geht es zum Blog von  Lipödem Mode - lasst Euch inspirieren!

 

 

 

Eine ausführliche Erklärung zum Krankheitsbild Lipödem zeigt dieses wunderbare Video mit Dr. Stefan Rapprich aus Bad Soden und dem Aqua Fitness Club Hanau:

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© Melanie Nurtsch